Warum ein Samstag
Die Kirche hat immer für ihre Verstorbenen gebetet, und sie bestimmt besondere Tage, an denen sie dies gemeinsam tut. Der Samstag liegt dafür nahe: Es ist der Tag, an dem Christus im Grab lag, und der Tag, den die Kirche im Wochenkreis dem Gedenken der Verstorbenen und aller Heiligen widmet.
Diese Tage heißen Elternsamstage (auf Russisch roditelskie subboty), weil die meisten Menschen zuerst an ihre Eltern und Großeltern denken. Der Name ist jedoch weiter gefasst. Das Samstagsgedenken gilt allen, die im Glauben gestorben sind, auch denen, die niemanden mehr haben, der ihrer gedenkt, und denen, deren Namen kein Lebender kennt.
Die Samstage des Jahres
Verschiedene Samstage tragen dieses Gedenken. Der Samstag vor dem Fleischentsagungssonntag (dem Sonntag vom Jüngsten Gericht) heißt Allgemeiner Seelensamstag, und die Samstage der zweiten, dritten und vierten Woche der Großen Fastenzeit werden als Gedenktage begangen. Auch der Dreifaltigkeitssamstag vor Pfingsten gehört dazu. In der slawischen Praxis ist die Radonitza, am Dienstag nach dem Thomassonntag, das erste volle Totengedenken nach Pascha, und der Dmitrij-Samstag beschließt den Herbst.
Die Termine richten sich nach Pascha, außer dem Dmitrij-Samstag, der an ein festes Fest gebunden ist. Die genauen Termine des laufenden Jahres finden Sie im Gemeindekalender; Fragen richten Sie bitte an den Priester.
Der Dmitrij-Samstag
Der Dmitrij-Samstag ist der Samstag vor dem 26. Oktober nach dem Kirchenkalender, dem Fest des heiligen Großmärtyrers Demetrios von Thessalonich. Nach dem bürgerlichen Kalender ist das der 8. November; im Jahr 2026 fällt das Gedenken also auf Samstag, den 7. November.
In der russischen Tradition erhielt er seinen Namen und seine Form nach dem vierzehnten Jahrhundert, als Großfürst Dmitrij Donskoj nach dem Sieg in der Schlacht auf dem Kulikowo Feld der gefallenen Krieger namentlich gedenken ließ und der Überlieferung nach am Samstag vor dem Fest seines Namenspatrons für sie betete. Der Brauch eines allgemeinen Gedenkens um diese Jahreszeit verbreitete sich danach in der ganzen russischen Kirche. Für die meisten Gläubigen aber ist der Grund einfach und älter als die Geschichte: Die Kirche gedenkt der Verstorbenen, und dies ist einer der dafür bestimmten Tage.
Was in der Kirche geschieht
Am Morgen wird die Liturgie gefeiert, und in der Göttlichen Liturgie wird der Verstorbenen während der Proskomidie gedacht, wenn der Priester für jeden Namen auf den von den Gläubigen mitgebrachten Listen ein Partikel aus dem Brot hebt. Nach der Liturgie wird gewöhnlich eine Panichida, der kurze Gedenkgottesdienst, gefeiert, oft mit einem Tisch mit Kolywa (gekochtem Weizen mit Honig) vor dem Kreuz.
Am Vorabend, dem Freitagabend, wird traditionell ein Gedenkgottesdienst mit der Großen Panichida gefeiert. Fragen Sie in der Gemeinde den Klerus oder schauen Sie in den Gottesdienstplan; die Zeiten können sich von Jahr zu Jahr unterscheiden.
Wie man teilnehmen kann
Schreiben Sie eine Liste der Verstorbenen, derer gedacht werden soll, mit ihren Taufnamen im Genitiv (»Für die Ruhe von Iwan, Maria«), und geben Sie sie am Kerzenstand oder dem Priester ab. Auf den Listen für die Proskomidie werden nur orthodoxe Christen genannt. Für jemanden, der nicht getauft oder nicht orthodox war, können Sie privat beten, und der Priester kann Sie beraten.
Kommen Sie nach Möglichkeit zur Liturgie und bleiben Sie zur Panichida. Zu Hause zünden Sie eine Kerze an und lesen, wenn Sie es kennen, die 17. Kathisma des Psalters, oder sprechen einfach »Gedenke, Herr, der Seele deines Dieners« und nennen die Namen. Almosen für die Armen zum Gedenken an die Verstorbenen sind ein alter und guter Brauch.
Was dies den Lebenden gibt
Die Kirche lehrt, dass das Gebet für die Verstorbenen erhört wird und ihnen hilft, und dass in der Kirche niemand je von einem anderen abgeschnitten ist. Wer für die Toten betet, wird daran erinnert, dass auch er sterben wird und dass die Liebe an dieser Grenze nicht endet. Darum sind diese Samstage ernst, aber nicht hoffnungslos: Die Gottesdienste kehren immer wieder zur Auferstehung zurück.


